Auf dieser Seite
Warum Lot-Tracking nicht optional ist
Wer Lebensmittel, Kosmetik oder Nahrungsergänzungsmittel versendet, unterliegt der EU-Verordnung 178/2002 — der „one-up, one-down"-Regel. Sie müssen für jedes Produkt zurückverfolgen können, von welchem Lieferanten welche Charge stammt und an welche Kunden welche Charge ging. Ohne Chargen-Tracking ist ein Rückruf praktisch unmöglich und ein Audit ein Drama.
Für Elektronik ist es nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber jedes Garantiemanagement, jede RMA, jede Reklamation läuft über Seriennummern. Wer keine Serial-zu-Auftrag-Verknüpfung führt, kann „defekt am 17. Tag nach Lieferung — welche Charge?" nicht beantworten.
Ein Supplement-Hersteller musste 2024 eine Charge zurückrufen, weil ein Lieferant einen kontaminierten Rohstoff geliefert hatte. Ohne Chargen-Tracking wären 100 % seines Bestands betroffen gewesen statt 8 %. Differenz: 380.000 € Warenwert.
MHD-Verwaltung und FIFO-Logik
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) wird beim Wareneingang erfasst — entweder per Scan vom Hersteller-Etikett oder manuell. Das WMS speichert pro Lagerplatz nicht nur „wie viele Einheiten" sondern „welche Einheiten mit welchem MHD".
Bei der Kommissionierung wendet das System dann strikt FIFO an: First In, First Out — der Artikel mit dem frühesten MHD wird zuerst ausgeliefert. Das verhindert, dass Ware im Lager verfällt und reduziert Abschreibungen auf praktisch null.
Zusätzlich generiert das System Warnungen: 90 Tage vor Ablauf gibt es eine Erstmeldung („überlegen Sie Promo"), 60 Tage Reduktion, 30 Tage Versandstopp / Sondervereinbarung. Sie entscheiden, was passieren soll.
Klima-getrennte Lagerung
Lebensmittel müssen klimaseparat gelagert werden — getrennt von Reinigungsmitteln, Düften oder anderen abriebigen Stoffen. Bei LogYou haben wir separate Räume mit eigener Temperaturkontrolle (15–22 °C, max. 60 % Luftfeuchtigkeit als Standard).
Chargen-Tracking — was wirklich erfasst werden muss
Eine Charge ist eine zusammenhängend produzierte Menge eines Produkts. Pro Charge erfassen wir:
- Chargen-Nummer (vom Hersteller vergeben)
- Eingangsdatum im Lager
- MHD
- Lagerplatz (für Rückrufe wichtig)
- Eingangsmenge + aktuelle Restmenge
- Quell-Lieferschein + Lieferant
- Auslieferungs-Historie: an welche Aufträge ging welche Menge
Bei einem Rückruf liefern wir innerhalb von 60 Minuten eine vollständige Liste aller Auftragsnummern und Endkunden, die Ware aus der betroffenen Charge erhalten haben.
Seriennummern: zwei Vergabe-Methoden
Methode 1: Pre-Pick-Zuweisung
Beim Wareneingang scannen wir jede Seriennummer einzeln ein und ordnen sie einem Lagerplatz zu. Bei der Kommissionierung wird die nächste freie Serial automatisch dem Auftrag zugeordnet. Funktioniert bei kleinen Stückzahlen und teuren Produkten (Elektronik > 100 €).
Methode 2: Post-Pick-Zuweisung
Der Lagerist greift einen Artikel aus dem Bestand und scannt vor dem Verpacken die Seriennummer ein. Das System verknüpft diese mit dem Auftrag. Schneller bei großen Stückzahlen, weniger Pre-Sorting nötig.
Welche Methode passt, hängt von Produktwert, Stückzahl und Tracking-Anforderung ab. Wir besprechen das vor Go-Live mit Ihnen — die Wahl ist nicht nachträglich änderbar ohne Bestandsumstellung.
Was eine Audit-feste Historie ausmacht
Ein HACCP-Audit, eine IFS-Zertifizierung oder ein behördlicher Rückruf prüfen drei Dinge:
- Vollständigkeit: Ist jede Bewegung dokumentiert? Lücken sind ein No-Go.
- Unveränderbarkeit: Können Datensätze nachträglich geändert werden, ohne dass es nachvollziehbar ist? Wenn ja, hat die Doku keinen Beweiswert. Ein anständiges WMS schreibt Änderungen als neuen Datensatz mit Zeitstempel und User-Kennung — das alte Datum bleibt sichtbar.
- Geschwindigkeit: Können Sie eine Charge in < 1 Stunde komplett zurückverfolgen? Wer 3 Tage Excel-Arbeit braucht, fällt durch.
Audit-festes Lot-Tracking ab Tag 1?
Unsere LogShip Cloud erfasst MHD, Chargen und Seriennummern standardmäßig — auch wenn Sie heute noch nicht alle Funktionen brauchen, sind sie bei Bedarf sofort scharfschaltbar.
